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Künstlerbuch»Erzählte Stadt«262 S., 29,9 x 21 cm, 10 Exemplaredoppelseitige Bilddisplays mit Schwarz-Weiß-Abbildungenaus einem zum Thema Stadt angelegten BildarchivBerlin 2014/2015

Künstlerbuch
»Erzählte Stadt«
262 S., 29,9 x 21 cm, 10 Exemplare
doppelseitige Bilddisplays mit Schwarz-Weiß-Abbildungen
aus einem zum Thema Stadt angelegten Bildarchiv
Berlin 2014/2015


Interview I:  Dr. phil. Birgit Szepanski


9. September, 13 Uhr

Pöge-Haus

Wer sind Sie? Was machen Sie? Wo liegen Ihre Schwerpunkte?

Mein Name ist Birgit Szepanski. Ich bin Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin (Dr. phil. in art.) und lebe in Berlin. Meine künstlerisch-wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Erzählmethoden in der bildenden Kunst und der urbane Raum in der bildenden Kunst.

Was verstehen Sie unter einem Möglichkeitsraum?

Ein ›Möglichkeitsraum‹ ist für mich ein topografischer Raum, der Möglichkeiten zulässt, über ihn in verschiedene Richtungen nachzudenken. Ein Aspekt, der mich dabei interessiert, ist das Unabgeschlossene (Unfertige).

Beispielsweise: Unabgeschlossenes der Vergangenheit beeinflusst die Gegenwart und schafft dadurch Querverbindungen zwischen verschiedenen Zeiten, Orten und Menschen. Auf diese Weise kann man vielfältig über Stadt und das Leben in ihr sprechen und nachdenken.

In Ihrem Vortrag sprechen Sie über die ephemere Wahrnehmung von Stadt – Was interessiert Sie daran?

Im urbanen Alltag kennt jeder diese Momente: Alltägliche Beobachtungen, Erinnerungen, Träume und Vorstellungen verknüpfen sich und beeinflussen die Wahrnehmung von Stadt. Von welcher Stadt ist also die Rede, wenn über sie gesprochen wird? Stadtbewohnende generieren vielfältige Wirklichkeiten von der Stadt, in der sie leben. Im Erzählen kann diese Vielschichtigkeit von Stadt artikuliert und weitererzählt werden.

Sie haben in Berlin und Hamburg studiert. Wie bereiten Sie sich auf Leipzig als Stadt und Gegenstand Ihres Vortrags vor?

 

Ich kenne Leipzig durch Ausstellungsbesuche und durch Besuche der Buchmesse. In meinen Recherchen zu meiner Dissertation »Erzählte Stadt« bin ich auf Kunstprojekte in Leipzig aufmerksam geworden, in denen das Spazierengehen, Brachflächen und Zwischennutzungen eine Rolle spielen. Das Thema Gehen und Erzählen bildet deshalb einen Schwerpunkt in meinem Vortrag.

Des Weiteren habe ich Bildmaterialien zu Leipzig recherchiert: Wie sah die Stadt beispielsweise zur Jahrhundertwende aus und wie in den 1980er Jahren?


Sehen, hören, erinnern und erzählen – Performative Methoden spielen eine wichtige Rolle, um anthropologische Räume in der geplanten Stadt zu artikulieren. Was sind Ihrer Meinung nach die Vorteile jener Strategien?


Die Prozesshaftigkeit von sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten unterstreicht die Fragilität des Menschen. Die Wahrnehmung der urbanen Umgebung und das Verhältnis des Menschen zur Umgebung sind nie konstant. Gerade im Spazierengehen reagieren wir auf die Umgebung, erinnern uns an bereits Erlebtes und setzen diese Eindrücke in Bezug zur Umgebung. Stadt ist in diesem Sinne prozesshaft und ein Raum für den Menschen und dessen Erfahrungen.

 

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